FrankfurtRheinMain in Zahlen 2019 – Gutes Klima für Gründer

Pascal Lindemann vom Spin-off-Unternehmen „LIME medical“ bei der Präsentation des neuartigen Fingertherapiegerätes vor den Juroren der Wirtschaftswoche.
Pascal Lindemann vom Spin-off-Unternehmen „LIME medical“ bei der Präsentation des neuartigen Fingertherapiegerätes vor den Juroren der Wirtschaftswoche.

Wie die IHK Frankfurt in ihrem aktualisierten Datenflyer „FrankfurtRheinMain in Zahlen 2019″ mitteilt, profitieren die Unternehmen in FrankfurtRheinMain auf im neuen Jahr von der stabilen Konjunktur und guten Standortbedingungen.
Zudem wächst FrankfurtRheinMain: Die Zahl der im Handelsregister eingetragenen Unternehmen ist im Vergleich zu 2017 um über zwei Prozent auf 121.427 gestiegen, was Frankfurt und das RheinMainGebiet zudem auch als beliebte GründerRegionen auszeichnet. Seit 2014 stiegen die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigtenverhältnisse kontinuierlich auf mittlerweile über 2,2 Millionen an. Die zahlreichen Hochschulen in der Metropolregion ziehen Studierende aus dem In- und Ausland an, 2018 allein fast 244.000. Aus diesem Fachkräftepool gewinnen die Unternehmen unter anderem ihre dringend benötigten Fachkräfte.
„Die Unternehmen schätzen die gute Anbindung an das überregionale Straßennetz und die Nähe zum Flughafen mit über 1.300 Flugbewegungen am Tag. Aufgrund des internationalen Charakters der Region siedeln sich ausländische Unternehmen gerne hier an: Alleine aus China und den USA sind derzeit laut der Internationalen Standortmarketinggesellschaft FRM GmbH mehr als 2.500 Unternehmen mit einem Standort vertreten“, berichtet Dr. Gunther Quidde, Geschäftsführer des IHK-Forums Rhein-Main.

Internationale Startup-Konferenz unter Beteiligung der Goethe-Universität

Am 19. und 20. März 2019 findet die „Global InsurTech Roadshow“ erneut in Frankfurt statt

FRANKFURT. In Zusammenarbeit mit „InsurTech Asia“ hat die Goethe Business School an der Goethe-Universität im März 2018 die erste Ausgabe einer internationalen Startup-Konferenz zum Thema Versicherungstechnologien am Campus Westend erfolgreich organisiert. Am 19. und 20. März 2019 kehrt die „Global InsurTech Roadshow“ dieses Mal mit dem Länder-Fokus auf Israel in ihrer zweiten Auflage nach Frankfurt zurück. Ausrichter ist dieses Mal das Frankfurter TechQuartier, ein 2016 gegründetes Startup- und Innovations-Hub, an dem heute die Goethe-Universität, die TU Darmstadt, die Stadt Frankfurt sowie das Land Hessen über die WiBank beteiligt sind. Die Goethe Business School ist weiter unterstützend tätig.

Zum Auftakt der zweitätigen Veranstaltung präsentieren junge internationale Gründer aus dem Bereich Versicherungstechnologien („InsurTechs“) ihre digitalen Geschäftsmodelle in sogenannten Pitches. Auf den Gewinner wartet der „Goethe InsurTech Award“, der am Abend in Anwesenheit von Gabriel Bernardino, Präsident der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung, vergeben wird. Am zweiten Tag diskutieren Experten in Workshops die neuesten digitalen Erkenntnisse im Bereich Blockchain, Künstliche Intelligenz und Versicherungen gegen Cyberkriminalität. Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich mit Versicherern, Beratern, Anbietern digitaler Dienste, Investoren, Entscheidern und vielen mehr zu vernetzen. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Hessischen Wirtschaftsministers.

Während 2018 die asiatischen Versicherungstechnologien im Vordergrund standen, stellen sich 2019 Startups aus über 20 Ländern vor, darunter insbesondere InsurTechs aus Israel sowie der große israelische Startup-Verband „InsurTech Israel” mit seinem Gründer und Geschäftsführer Kobi Bendelak. Der Präsident der Israelischen Versicherungsaufsicht, Dr. Moshe Bareket, wird die regulatorische Fragestellungen im Umgang mit InsurTechs darstellen und beleuchten.

„Wir versuchen, extrem junge und innovative internationale InsurTechs auf die Bühne zu bringen, die – im Idealfall – bei uns in Frankfurt ihren ersten öffentlichen Auftritt haben”, so Dr. Moritz Finkelnburg, Gründer der „Global InsurTech Roadshow“ und InsurTech-Berater des TechQuartier. „Natürlich wird unsere Veranstaltung auch in Zukunft ihren einzigartigen universitären und familiären Charakter behalten. Wir wollen in dieser besonderen universitären Atmosphäre nachhaltige Kontakte zwischen Entscheidern der traditionellen Wirtschaft und den jungen Kreativen ermöglichen, digitales Verständnis schaffen und Netzwerke etablieren.”

Neben seinem starken Engagement in der lokalen Startup-Szene liegt eine der Hauptaufgaben des TechQuartier darin, Schnittstelle zwischen Unternehmen des Finanzsektors und dem digitalen Ökosystem zu sein: „Wir freuen uns, die kommende ‚Global InsurTech Roadshow‘ zu begleiten. Nach intensiver Aufbauarbeit der Frankfurter FinTech-Szene in den vergangenen beiden Jahren bietet sich mit der Veranstaltung eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Schulterschluss mit der Versicherungsbranche zu suchen und unsere Erfahrungen und Erfolgsmodelle für die InsurTech-Szene zu öffnen”, so Dr. Sebastian Schaefer, Geschäftsführer des TechQuartier. „Unser Ziel ist es, den Austausch beider Industrien zu fördern und den etablierten Unternehmen mit ihren Mitarbeitern eine Anlaufstelle für den Beginn ihrer digitalen Reise zu bieten.“

Weitere Informationen, Übersicht über Jury, Moderatoren und Redner sowie Bewerbungen über: www.gir19.com

Frankfurter Industrieabend in der IHK Frankfurt am Main

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Die Bedeutung der Industrie für die Metropolregion FrankfurtRheinMain ist weiterhin ungebrochen: Im Verarbeitenden Gewerbe finden etwa 380.000 Menschen einen Arbeitsplatz, das Netzwerk Industrie – die Industrie gemeinsam mit ihren Dienstleistern – beschäftigt sogar über 1,1 Millionen Menschen. Rund 50 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind somit Teil dieser für das Wachstum und die Zukunftsfähigkeit der Region so bedeutenden Branche.

Die Industrie selbst schaut überwiegend positiv in die Zukunft. Alleine im IHK-Bezirk Frankfurt am Main schätzen laut Umfrage der IHK Frankfurt am Main beachtliche 65 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut ein. Auch mit einem hohen Investitionsvolumen der Industrie in den nächsten Monaten ist laut der Umfrage zu rechnen. Dagegen verringern sich die Erwartungen der Unternehmen an den Export erneut deutlich. Grund dafür sind die anhaltenden Unsicherheiten im internationalen Handel.

„Traditionell ist die deutsche Industrie stark im Export. Daher sind unsere Unternehmen besonders von zunehmendem Protektionismus und den internationalen Herausforderungen, die insbesondere der Brexit mit sich bringt, betroffen. Die Unternehmen müssen sich neu sortieren und längst überwundene Themen wie Zölle oder Einfuhrbeschränkungen mit Großbritannien ausloten. Die damit einhergehenden Unsicherheiten schlagen auf die Stimmung bei den Unternehmen durch. Wir raten unseren Mitgliedern deswegen, sich so gut es geht auf einen harten Brexit einzustellen und sich so unabhängig wie möglich zu machen von den Ergebnissen der EU-Großbritannien-Verhandlungen“, sagte IHK-Präsident Prof. Dr. Mathias Müller. Doch auch der schnell voranschreitende digitale Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft fordere die Industrie heraus und verschärfe die Probleme, die die internationalen Umbrüche mit sich brächten. „Etablierte Unternehmen müssen heute ihre ganze Kraft und Aufmerksamkeit für die Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit in einer immer stärker durch Plattformen dominierten Wirtschaft aufbringen. Neue Handelshemmnisse kommen da einfach zur Unzeit“, so Prof. Dr. Müller weiter.

Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt, betonte, dass die Stadt Frankfurt am Main das Verarbeitende Gewerbe mit dem Master-plan Industrie auf mehreren Handlungsfeldern unterstützt. „Die Industrie hat für Frankfurt mit seinen vielfältigen Branchen einen enorm hohen Stellenwert. Sie ist das Fundament und der Ursprung unseres Wohlstands. Diese Branche weiterzuentwickeln und den Standort dafür aktiv und attraktiv zu gestalten, ist daher ein zentrales Anliegen der Stadt. Zahlreiche Projekte des Masterplans Industrie wie die Fortschreibung des Gewerbeflächenentwicklungsprogramms und Frankfurt Forward zur Vernetzung von Industrieunternehmen und Startups befinden sich aktuell in der Umsetzung.“ Gleichwohl spielen gerade im Kontext des Brexit auch die Finanzinstitute und Dienstleister eine wichtige Rolle und es sollen weitere Unternehmen für Frankfurt gewonnen werden.
Die Chancen hierfür stehen nicht schlecht. Und diese Branchenvielfalt, eine besondere Stärke von FrankfurtRheinMain, hat eine weitere positive Auswirkung. „Insgesamt wird die Region durch den Brexit weit weniger stark betroffen sein, als im Bundesdurchschnitt. Die negativen Effekte für die Industrie werden durch die positiven Effekte in der Finanzwirtschaft fast ausgeglichen“, sagte Prof. Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrum für Außenwirtschaft. In der von der IHK Frankfurt am Main in Auftrag gegebene ifo-Studie zu den Auswirkungen des Brexit auf die Region kommen die Autoren zu dem Schluss, dass das Bruttoinlandsprodukt in der Region bei einem Szenario „harter Brexit“ gerade einmal um 0,17 Prozent einbricht und bei einem „weichen Brexit“ sogar nur um 0,08 Prozent.
Dr. Holger Cartsburg, Geschäftsführer von Rolls-Royce Deutschland, zeichnete dem Publikum abschließend ein Bild davon, welche Herausforderungen auf international agierende Unternehmen durch die Unklarheiten im internationalen Wirtschaftssystem hinsichtlich neuer Zölle oder Handelsbeschränkungen zukommen.
Der Frankfurter Industrieabend ist die zentrale Veranstaltung in Frankfurt, um der Industrie die Wertschätzung entgegenzubringen, die ihrer weitreichenden und vielfältigen Bedeutung entspricht. Gemeinsam laden die Stadt Frankfurt am Main und die IHK Frankfurt am Main jedes Jahr hochrangige Vertreter aus der Frankfurter Wirtschaft, aus Industrie, Handwerk sowie Gewerkschaften, Verbänden und Politik ein. Der Frankfurter Industrieabend findet abwechselnd im Frankfurter Römer und in der IHK Frankfurt am Main statt. Am 6. Dezember 2018 war die IHK Gastgeber für rund 160 interessierte Teilnehmer.

IHK-Frankfurt

Rheinland-Pfalz: Bewerbungsstart für neues Gründungsprogramm „startup innovativ“

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Gründerinnen und Gründer können sich ab sofort auf das neue Gründungsprogramm „startup innovativ“ bewerben. Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing hatte das Programm im Oktober präsentiert. Mit dem neuen Angebot stellt Wissing die Gründungsförderung im Land deutlich breiter auf.

„Ab sofort können Interessierte sich für das neue „startup-innovativ“-Programm bewerben!“ Das hat Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing mitgeteilt. „Ich hoffe auf viele spannende Bewerbungen, die zeigen, wie ideenreich und vielfältig die rheinland-pfälzische Gründerszene ist“, sagte Wissing. „Wir erweitern die Gründungsförderung im Land, damit aus guten Ideen spannende Unternehmen werden.“

Mit „startup innovativ“ können in Rheinland-Pfalz erstmals auch solche Gründungen gefördert werden, die aufgrund digitaler Möglichkeiten neue Geschäftsmodelle hervorbringen, aber nicht unbedingt neue Produkte oder Technologien entwickeln (große Beispiele sind Uber, Mytaxi oder Airbnb). Die Landesregierung stellt die Förderung von Startups damit deutlich breiter und flexibler auf.

Mit „startup innovativ“ fördert das Wirtschaftsministerium innovative Gründungen bis zum fünften Jahr nach Unternehmensstart mit mindestens 10.000 Euro bis maximal 100.000 Euro. Die Bewerbungsphase endet am 28. Februar 2019. Die Bekanntgabe der Vorhaben, die eine Förderung erhalten, soll im Frühjahr 2019 erfolgen. Das Programm ist als Wettbewerb ausgestaltet, sodass die Gründer mit der Auszeichnung auch werben können.

Zur Bewerbung geht es hier: https://gruendungsinitiative.rlp.de/de/gruenderservice/wettbewerbe/#c91212

Startup der Universitätsmedizin Mainz beim Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet – LENICURA ist Preisträger in der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“

„16. Hessischer Gründerpreis - Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ am 7.11.2018 im RheinMain CongressCenter. (vlnr.:) Arend Poppner, Dr. Andreas Hafner und Dr. Katharina Reinhard (LENICURA), Lukas Naab und Matthias Bay (MindsMedical) Dr. Dennis Albert & Leonard Beck (Standsome) sowie Laudator Dr. Oliver Franz, Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow
„16. Hessischer Gründerpreis – Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ am 7.11.2018 im RheinMain CongressCenter. (vlnr.:) Arend Poppner, Dr. Andreas Hafner und Dr. Katharina Reinhard (LENICURA), Lukas Naab und Matthias Bay (MindsMedical) Dr. Dennis Albert & Leonard Beck (Standsome) sowie Laudator Dr. Oliver Franz, Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow

(Mainz, 19. November 2018, ok) Beim 16. Hessischen Gründerpreis am Mittwoch, 7. November, wurde das Startup der Universitätsmedizin Mainz LENICURA in der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ als Preisträger ausgezeichnet. Das junge Unternehmen hat die erste physikalische Therapie zur Behandlung der chronischen Akne inversa entwickelt und diese Anfang 2017 auf den Markt gebracht: Die LAight-Therapie wird durch eine auf die Besonderheiten der Akne inversa angepasste, speziell entwickelte Dokumentations-Software ergänzt, vernetzt ambulante Anwender interdisziplinär und bietet den Anwendern und Patienten zusätzlichen Service. Laut Jury handelt es sich um einen innovativen Ansatz zur ganzheitlichen Betrachtung der systemischen Erkrankung.

„Gründungen erneuern und beleben unsere Wirtschaft; Mut, Unternehmergeist und Kreativität sind ihre wichtigsten Ressourcen“, betonte der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bei der Verleihung des Hessischen Gründerpreises 2018 im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden. Vor diesem Hintergrund sei es der Hessischen Landesregierung ein zentrales Anliegen, Gründer auf vielfältige Weise von der Beratung bis zur Finanzierungshilfe auf ihrem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen. „Mit unserer Start-up-Initiative profilieren wir Hessen als Gründerland, um noch mehr talentierte junge Leute zu uns zu holen“, fügte der Hessische Wirtschaftsminister hinzu, der als Schirmherr der Veranstaltung fungierte.

Die Preisträger wurden aus 131 Bewerbern durch eine Jury ausgewählt und standen bei den Hessischen Gründertagen am 7. November zur Wahl. LENICURA konnte mit seiner neuen Behandlungsmethode der Akne inversa, die innovativ durch digitale Vernetzung sinnvoll ergänzt wird, überzeugen. Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet hierzulande an Akne inversa, einer Hauterkrankung, welche oft erst spät diagnostiziert und sich bislang nicht zufriedenstellend ambulant behandeln ließ. Vor diesem Hintergrund untersuchte Univ.-Prof. Dr. Esther von Stebut-Borschitz von der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz in den Jahren 2015 bis 2016 in der sogenannten NICE-Studie die Wirksamkeit einer Kombinationstherapie aus speziellen Lichtspektren und Radiofrequenz. Damit trug sie maßgeblich zur Zulassung der Therapie bei, deren Entwicklung das Gründertrio Dr. rer. nat. Andreas Hafner, Dr. rer. pol. Katharina Reinhard und Arend Poppner – als Gesellschafter von LENICURA – unter dem Namen LAight® vorangetrieben hatte. LAight zeichnet sich durch die Anwendbarkeit auf alle Schweregrade der Erkrankung aus und ist damit für die frühen Stadien der Erkrankung die einzige für die Indikation Akne inversa zugelassene Behandlungsmethode.

„Preisträger beim Hessischen Gründerpreis zu sein gibt uns die Gelegenheit, die Erkrankung Akne inversa stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Ohne Kenntnis über diese schwere chronische Hauterkrankung gibt es kein Verständnis für die Beschwerden und Einschränkungen, unter denen Betroffene oft stark leiden und die zu sozialer Isolation führen können. Noch immer vergehen sieben bis neun Jahre bis zur korrekten Diagnose – ein viel zu langer Zeitraum, in dem sich Betroffene allein gelassen fühlen und keine adäquate Hilfe erhalten. Wir möchten den betroffenen Menschen aber nicht nur mit einer effektiven Therapie helfen, sondern auch der Stigmatisierung entgegenwirken, die entzündlichen und eitrigen Hauterkrankungen anhaftet“, resümiert Arend Poppner über LENICURAs Teilnahme am Gründerwettbewerb. Ein Preisgeld gibt es bei der prestigeträchtigen Auszeichnung nicht.

„Neben den Wissenschaftlern der Hautklinik Mainz begleitet auch das Gründungsbüro der Universitätsmedizin Mainz das LENICURA-Team seit Beginn. Die Erfolge der langjährigen, aktiv gelebten Kooperation zeigen sich nun in verschiedenen Bereichen“, betont der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann.

Bildunterzeile: Das Foto „Hessischer Gründerpreis“ zeigt die Preisträger der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ von links: Arend Poppner, Dr. Andreas Hafner und Dr. Katharina Reinhard (LENICURA), Lukas Naab und Matthias Bay (MindsMedical) Dr. Dennis Albert & Leonard Beck (Standsome) sowie Laudator Dr. Oliver Franz, Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden,

16. Hessische Gründerpreis geht an junge Unternehmen aus Darmstadt, Fulda, Rüsselsheim, Neuhof und Falkenberg

Die die mutigen Gründer Kai Nüchter und Oliver Heil aus Neuhof (Landkreis Fulda) freuen sich über den 16. Hessischen Gründerpreis für ihr aus Arbeitslosigkeit und Krankheit heraus gestarteten Unternehmen VeloCulTour. in der Kategorie "Mutige Gründungen" hier mit Moderator Dirk Wagner (r.), den Finalisten-Preisträgern Sebastian Schulz, Maldaner Coffee Roasters. (li.), und Nils Wiegand, Seemannstod-Streetwear, Fulda. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die  mutigen Gründer Kai Nüchter und Oliver Heil aus Neuhof (Landkreis Fulda) freuen sich über den 16. Hessischen Gründerpreis für ihr aus Arbeitslosigkeit und Krankheit heraus gestarteten Unternehmen VeloCulTour. in der Kategorie „Mutige Gründungen“ hier mit Moderator Dirk Wagner (r.), den Finalisten-Preisträgern Sebastian Schulz, Maldaner Coffee Roasters. (li.), und Nils Wiegand, Seemannstod-Streetwear, Fulda. © Foto: Diether v. Goddenthow

Glanzvolle Verleihung des 16. Hessischen Gründerpreises am 7.11.2018 im Wiesbadener RheinMain-CongressCenter an junge Unternehmen aus Neuhof, Falkenberg, Darmstadt, Fulda und Rüsselsheim

Die „Fachtagung der hessischen Gründungsförderer“ im neuen RheinMain CongressCenter Wiesbaden hatte am 7.11.2018 noch bis 16 Uhr gedauert. Hier hatten sich bis mittags die zwölf Finalisten mit kurzen Pitches nochmals den Experten zur Endausscheidung anlässlich der Verleihung des 16. Hessischen Gründerpreises beim abendlichen Festakt präsentiert. Der fand zum 5. Mal unter der Schirmherrschaft des Hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir statt in den vier Kategorien: „Mutige Gründung“, „Gesellschaftliche Wirkung“, „Innovative Geschäftsidee“ und neu: „Gründung aus der Hochschule“. Musikmultitalent Andre Coluccelli verzauberte  mit seiner großartigen Soul-Stimme und beliebten Rock-Pop-Klassikern, während HR-Moderator Dirk Wagner den Abend in ein spannendes Gründerkultur-Event verwandelte. Oberbürgermeister Sven Gerich, der Gastgeber, begrüßte die gut 300 Gäste und freute sich, dass auch 22 Gründer aus Wiesbadener unter den insgesamt 131 Bewerbungen waren.

Gut 300 Gäste feierten die Gewinner und Finalisten des 16. Hessischen Gründerpreises im neuen Rhein-Main CongressCenter. © Foto: Diether v. Goddenthow
Gut 300 Gäste feierten die Gewinner und Finalisten des 16. Hessischen Gründerpreises im neuen Rhein-Main CongressCenter. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Mutige Gründung“ – Bike-Service mit Online-Shop
Geschichten und gelebte Visionen machten den Hessischen Gründerpreis zu etwas ganz Besonderem, und er sei sicher, dass „wir auch heute wieder Gründer erleben werden, die uns eine lange Zeit im Gedächtnis bleiben werden – alle, die heute hier sind, die wir nachher sehen werden, sind visionär, innovativ und mutig “, sagte Gründerpreis-Schirmherr Tarekt Al Wazir, Laudator der Finalisten in der Kategorie „Mutige Gründung“. Aufgrund der niedrigsten Arbeitslosenquote seit 1980 und der höchsten, jemals in Hessen gemessen Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs, seien nicht nur die Gründerzahlen ein wenig gesunken, sondern auch die „Notgründungen“, wie sie noch vor 10, 12 Jahren aufgrund des Nichtvorhandenseins ausreichender sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze häufiger geschahen. Mit 131 Einreichungen hätten sich aber noch nie so viele Gründerinnen und Gründer um den Hessischen Gründerpreis beworben wie in diesem Jahr. Die Unternehmen, die sich beworben hätten, stünden zusammen für 1206 Arbeitsplätze, also im Schnitt 11,3 Arbeitsplätze je Unternehmen, welches sich am Hessischen Gründerpreis beworben habe. Alleine die 12 Finalisten stünden für 126 Arbeitsplätze, zog Al Wazir eine positive Job-Bilanz der hessischen Gründer, die allesamt viel Mut bewiesen hätten. Ihn habe immer schon ganz besonders die Kategorie „Mutige Gründung“ interessiert. Denn er hätte nicht den Mut ein Unternehmen zu gründen. Und auf Dirk Wagners Frage hin, was wohl leichter sei, ein Unternehmen oder eine neue Regierung zu gründen, räumte der Minister ein, wohl eine Regierung, jedenfalls darin hätten sie (Anm. der Red.: Grüne und CDU) doch schon mehr Erfahrung.

Schirmherr Tarek Al Wazir, Hessischer Wirtschaftsminister. © Foto: Diether v. Goddenthow
Schirmherr Tarek Al Wazir, Hessischer Wirtschaftsminister. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der Mut zu gründen, sei etwas sehr Elementares. Mut habe jemand, der zum Beispiel nach einer langen Krankheit gründe, oder wer bereit sei, in einem schwierigen Bereich mit kranken und älteren Menschen zu gründen, oder wer als junger Mensch ein Unternehmen und damit die Verantwortung für Angestellte und deren Familien übernehme. Mutig sei aber auch, „nach Beendigung eines Angestelltenverhältnisses sich einer komplett neuen Herausforderung zu stellen, als Einzelunternehmer neue eigene Wege zu gehen. Viele träumten von einem eigenen Unternehmen, „mutig ist es dann, auch die Wege mit Hürden und Herausforderungen zu beschreiten“, so der Wirtschaftsminister, der einmal mehr deutlich machte, wie sehr die Wirtschaft, die Gesellschaft Gründer brauche, da diese als Unternehmen von morgen die Arbeitsplätze schafften und immer wieder dafür sorgten, „dass das Neue entsteht“. Bei aller Unterstützung, die Gründer-Initiativen, das Ministerium, Kammern usw. zur Verfügungen stellten, sei es jedoch allein der Gründer selbst, der ein Unternehmen aufbaue. „Und da kann ihnen auch niemand helfen, da sind wir wieder beim Mut!“, so der Wirtschaftsminister, der die mutigen Gründer Kai Nüchter und Oliver Heil aus Neuhof (Landkreis Fulda) mit ihrem Unternehmen VeloCulTour (Service und Online-Shop rund um Bikes (www.velocultour.com) als Sieger in der Kategorie Mutige Gründung auszeichnete. Weitere Urkunden erhielten Nils Wiegand für sein Modelabel Seemannstod, Fulda und Spezialitätenkaffeeröster Sebastian Schulz, für Maldaner Coffee mit fair gehandeltem Kaffee, Wiesbaden.

Kai Nüchter und Oliver Heil (VeloCulTour) beim Interview mit Dir Wagner.© Foto: Diether v. Goddenthow
Kai Nüchter und Oliver Heil (VeloCulTour) beim Interview mit Dir Wagner.© Foto: Diether v. Goddenthow

Nein, es sei keine Sekundenentscheidung gewesen, so Kai Nüchter auf Dirk Wagners Frage nach dem magischen Moment der Gründung: Aber es kam „einfach auch beruflich dazu, dass mir schlichtweg gekündigt wurde, ich meinen Job verlor und zudem einen Bandscheibenvorfall hatte, und wir uns fragten: wie es weitergehen soll. Das war so der Schritt, unsere Idee auch umzusetzen“, so der Gründerpreis Gewinner glücklich bewegt, der gemeinsam mit Oliver Heil inzwischen erstklassige E-Bike-Modelle, auch im Leasing, Firmenveranstaltungen und alles Mögliche rund um Fahrrad anbietet und dabei ist, für sein funktionierendes Konzept Franchisenehmer zu finden.

 „Gesellschaftliche Wirkung“ – Nachhaltige Handyfertigung

Gewinner und ausgezeichneten Finalisten der 2. Kategorie Gesellschaftliche Wirkung Carsten Samuel und Rolf Waldeck (Shift Phones), Julia und Adi Akinwale (GuFiE Gesundheit Fitness), Heiko Reinholz (Kaffeerösterei Reinholz), mit Laudator Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessender Bundesagentur für Arbeit (r.) © Foto: Diether v. Goddenthow
Gewinner und ausgezeichneten Finalisten der 2. Kategorie Gesellschaftliche Wirkung Carsten Samuel und Rolf Waldeck (Shift Phones), Julia und Adi Akinwale (GuFiE Gesundheit Fitness), Heiko Reinholz (Kaffeerösterei Reinholz), mit Laudator Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessender Bundesagentur für Arbeit (r.) © Foto: Diether v. Goddenthow

Carsten Seibold und Samuel Waldeck, nach Studium und einigen Jahren Rhein-Main-Gebiet-Erfahrung wieder zurück auf’s Land in die 800-Seelen-Gemeinde Falkenberg (Nordhessen) „geflüchtet“, siegten in der 2. Kategorie „Gesellschaftliche Wirkung“ mit ihrer Gründung „shiftphones“, der erfolgreichen Herstellung nachhaltiger Notebooks und Handys samt Online-Vertrieb. Diese fairen „Handys“ können geöffnet, repariert und auch für einen Second-life-Geräte-Neuverkauf gebraucht zurückgegeben werden. „Mit dem modularen Konzept unserer Shift-Phones (https://www.shiftphones.com/) können wir eine Alternative zu herkömmlichen Handys bieten und den Lebenszyklus deines Smartphones deutlich verlängern“, so Samuel Waldeck beim Siegerinterview. Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, und Laudator dieser Kategorie, hätte sich nie vorstellen können, wie „Sie sich trauen, einfach in einen Markt vorzustoßen“, in dem man bei einem Blick ins Internet sofort zwischen 20 namhaften großen Handyherstellern wählen könne.

Carsten Samuel und Rolf Waldeck (Shift Phones), hier im Gespräch mit Dirk Wagner. © Foto: Diether v. Goddenthow
Carsten Samuel und Rolf Waldeck (Shift Phones), hier im Gespräch mit Dirk Wagner. © Foto: Diether v. Goddenthow

Aber letztlich sei „der Clou doch der, dass Sie keine niegelnagelneuen Ideen entwickeln, sondern auf Vorhandenes etwas draufsetzten, einen Mehrwert erzeugen, für den die Gesellschaft bereit sei, etwas zu bezahlen“, so der Laudator. „Das machen Sie nicht unbedingt aus Altruismus, weil sie schon immer die Gesellschaft besser machen wollten. Möglicherweise machen Sie das auch, um ihr Produkt abzuheben, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Das ist aber völlig legitim“, lobte Dr. Martin die Preisträger. Urkunden erhielten aus Julia und Adi Akinwale. Sie verwandelten ein leerstehendes Möbelhaus in Rödermark zum Fitness-Studio GuFiE, in dem (werdende) Mamas mit Babies und Kleinkindern sowie Senioren trainieren können. Eine weitere Urkunde erhielt Heiko Reinholz für seine nachhaltige Kaffeerösterei „Reinholz“, die in Fulda für fair gehandelten Kaffee sorgt, inzwischen so erfolgreich, dass sie mit ihrem Geschäftslokal in die Fuldaer Innenstadt umziehen konnte.

„Innovative Geschäftsidee“ – Stehpulte für Fans

Gewinner und ausgezeichnete Finalisten der 3. Kategorie „Innovative Geschäftsidee“;Leonard Beck (Standsome), Lukas Naab und Matthias Bay (MINDS-Medical), Katharina Reinhard, Andreas Hafner und Arend Poppner (LENICURA Medizintechnik), mit Laudator Dr. Oliver Franz, Bürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden. © Foto: Diether v. Goddenthow
Gewinner und ausgezeichnete Finalisten der 3. Kategorie „Innovative Geschäftsidee“;Leonard Beck (Standsome), Lukas Naab und Matthias Bay (MINDS-Medical), Katharina Reinhard, Andreas Hafner und Arend Poppner (LENICURA Medizintechnik), mit Laudator Dr. Oliver Franz, Bürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden (r.). © Foto: Diether v. Goddenthow

Rückenschmerzen und ein fehlendes Angebot an Stehschreibtischaufsätzen gaben Leonard Beck aus Rüsselsheim den Anstoß, selber Abhilfe zu schaffen. Und was mit Ausprobieren begann, führte gemeinsam mit einem Gesundheits-Experten zur Gründung von „Standsome“, einem E-Commerce Unternehmen, das nun – über den Eigenbedarf hinaus –Schreibtischaufsteller, Stehschreibtische, Stehpulte, Schreibtischkonsolen oder Ständer herstellt und online vertreibt. Kunden können nach Paketerhalt die vier „Holzplatten“ in wenigen Sekunden, ohne zu schrauben oder zu kleben, in gewünschte Positionen zusammenstecken, und fertig ist das Stehpult oder der Stehpultaufsatz.

Der Standsome-Schreibtischaufsatz zum Arbeiten am PC im Stehen, genial einfach, aber hoch innovativ, überzeugte auf dem Köngress der Gründerförderer. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Standsome-Schreibtischaufsatz zum Arbeiten am PC im Stehen, genial einfach, aber hoch innovativ, überzeugte auf dem Köngress der Gründerförderer. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Seit August 2017 ist das Ganze im Markt. Und täglich freuen wir uns über neuen Kunden. Unsere Kunden lieben Standsome. Deshalb nennen wir unsere Kunden auch Fans, und wir vertrauen unserer wachsenden Fan-Base, und wollen ihr nachhaltig gerecht werden. Ein Jahr am Markt, und allein 2018 haben wir schon über 500 Fans glücklich gemacht.“, so der stolze Gründerpreisgewinner Leonard Beck.

„Standsome“ sei im Sinne des Ökonomen Shumpeter eine wirkliche Innovation, so Dr. Oliver Franz, Wiesbadens Bürgermeister und Laudator der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“. Denn es handele sich um die Realisierung einer neuartigen, fortschrittlichen Lösung für ein bestimmtes Problem und, was für Shumpeter entscheidend war, um eine Bewährung am Markt, so der Laudator. Um innovativ zu sein, reiche es eben nicht aus, „nur“ eine gute Idee zu haben. „Der Erfolg eines Unternehmens, ein Markterfolg, muss am Markt jeden Tag erkämpft werden“, so der Dr. Franz, der zwei weitere Urkunden überreichte an die Finalisten Lukas Naab und Matthias Bay aus Frankfurt für ihre Gründung MINDS-Medical. Dies Unternehmen möchte mit Hilfe „künstlicher Intelligenz“ die Kodierung medizinischer Daten rationalisieren. Katharina Reinhard, Andreas Hafner und Arend Poppner wurden für ihr Wiesbadener Medizintechnik-Unternehmen LENICURA ausgezeichnet, welches mit neuartigen Methoden bei der Behandlung von Akne-Inversa und akuten Abszessen erfolgreich ist.

Gründungen aus der Hochschule – Wetterstation in Afrika u. Praktikumsjahr-Börse

Gewinner und ausgezeichnete Finalisten der 4. Kategorie „Gründung aus der Hochschule“: Kizito Odhiambo (Agribora-Wetterstation), Malte Bürger, Jan Herold und Johannes Feik (Praktikumsjahr), Khodabakhshi Shahrokh, Pouya Haschemi und Jörg Kreisel, (Raumfahrtservice HOSTmi) mit Laudator Kai Metzner, Mitglied der Geschäftsführung der Hochschule Fresenius (r.). © Foto: Diether v. Goddenthow
Gewinner und ausgezeichnete Finalisten der 4. Kategorie „Gründung aus der Hochschule“: Kizito Odhiambo (Agribora-Wetterstation), Malte Bürger, Jan Herold und Johannes Feik (Praktikumsjahr), Khodabakhshi Shahrokh, Pouya Haschemi und Jörg Kreisel, (Raumfahrtservice HOSTmi) mit Laudator Kai Metzner, Mitglied der Geschäftsführung der Hochschule Fresenius (r.). © Foto: Diether v. Goddenthow

In der erstmals in diesem Jahr neu hinzugekommenen 4. Kategorie „Gründungen aus der Hochschule“ gab es aufgrund einer Stimmengleichheit bei der geheimen Abstimmung gleich zwei Gründerpreis-Gewinner: Kizito Odhiambo aus Darmstadt wurde für sein Projekt „Agribora“ geehrt:

Kizito Odhiambo (Agribora-Wetterstation) beim Siegerinterview mit Dirk Wagner. © Foto: Diether v. Goddenthow
Kizito Odhiambo (Agribora-Wetterstation) beim Siegerinterview mit Dirk Wagner. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Im Studium habe ich eine Wetterstation entwickelt, und wir wollen ein Netz von Wetterstationen in Ostafrika spannen. So werden wir Kleinbauern lokalisierte Wetterinformationen anbieten. Wir wollen Afrika zu einem selbsternährenden Kontinent machen“, so der in Kenia geborene Sieger, dessen Eltern mit Maisanbau einst sein Schulgeld bezahlten. Zum zweiten zeichnete Laudator Kai Metzner, Mitglied der Geschäftsführung der Hochschule Fresenius, Malte Bürger, Jan Herold und Johannes Feik für ihr Praktikanten-Netzwerk „Praktikumsjahr“ (www.praktikumsjahr.de/) aus Fulda aus. „Beim Praktikumsjahr wechselt der Schulabgänger nach dem Abschluss alle zwei Monate den Betrieb und kann so verschiedene Bereiche kennenlernen. Die Unternehmen haben die Möglichkeit, potentielle Auszubildende und spätere Mitarbeiter kennenzulernen“, so Johannes Feik über die Praktikanten-Plattform, die Schülern und Studenten sowie Unternehmen im technischen Bereich – demnächst auch bundesweit – helfen soll, einander rascher und zielgenauer zu finden.

Kai Metzner, Mitglied der Geschäftsführung der Hochschule Fresenius, überreicht Malte Bürger, Jan Herold und Johannes Feik die Siegerurkunde für „Praktikumsjahr.de“ © Foto: Diether v. Goddenthow
Kai Metzner, Mitglied der Geschäftsführung der Hochschule Fresenius, überreicht Malte Bürger, Jan Herold und Johannes Feik die Siegerurkunde für „Praktikumsjahr.de“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Eine Urkunde dieser Kategorie erhielten auch die Darmstädter Finanlisten Khodabakhshi Shahrokh, Pouya Haschemi und Jörg Kreisel für HOSTmi, eine geplante Plattformökonomie im globalen Weltraummarkt mit der Entwicklung eines speziellen Online-Weltraum-Marktplatzes, der die Gütertransporte zwischen Raum- und Bodenstationen effizienter machen sollen. Solche Vorhaben können im beschützten Rahmen einer Hochschule ausprobiert werden. „Dazu möchte ich auch die weiteren Studierenden ermuntern, zu sagen, ‚Wir probieren das jetzt mal aus!‘“, hob Laudator Kai Metzner, Mitglied der Geschäftsführung der Hochschule Fresenius, den Vorteil von Gründungen aus einer Hochschule heraus. Er lebt in Berlin lebt, wo gründen cool sei, und „Gründer zu sein, das neue ‚Vorstandsvorsitzender von Daimler-Benz‘“ wäre. „Diese Generation möchte Startup-Unternehmer sein!“. Die tickten ganz anders, weswegen sie sich auch von Fresenius als Hochschulanbieter fragten, „was wir von diesen neuen Gründern lernen können“. Das sei eine ganze Menge, weswegen „wir das fördern“, und weswegen an allen Hochschulen, ob staatlich oder privat, Gründerzentren, Startup-Labs, Gründungsstudiengänge und ähnliches entstünden.

„Wir bilden diejenigen Menschen dort aus, die später die Jobs schaffen, wo all die anderen Studenten als Angestellte einen Job finden“. Das sei aber kein Widerspruch, so Metzner weiter, denn fragte man Unternehmenslenker, was sie von Absolventen erwarteten, „dann sagte Ihnen jeder: ‚Unternehmerisches Denken und Handeln‘! Also möchte jeder am Ende einen Intrapreneur, einen Unternehmer im Unternehmen. Eigentlich suchen wir also alle „den“ Gründer in Angestelltenform, oder eben tatsächlich in klassischer Gründungsform“, so der Laudator.

Alle Finalisten auf einen Blick:

Die Gewinner und ausgezeichneten Finalisten des 16. Hessischen Gründerpreises im Rhein-Main CongessCenter am 7.11.2018: Kai Nüchter und Oliver Heil (VeloCulTour), Nils Wiegand (Seemannstod-Streetwear), Sebastian Schulz (Maldaner Coffee Roasters), Carsten Samuel und Rolf Waldeck (Shift Phones), Julia und Adi Akinwale (GuFiE Gesundheit Fitness), Heiko Reinholz (Kaffeerösterei Reinholz), Leonard Beck (Standsome), Lukas Naab und Matthias Bay (MINDS-Medical), Katharina Reinhard, Andreas Hafner und Arend Poppner (LENICURA Medizintechnik), Kizito Odhiambo (Agribora-Wetterstation), Malte Bürger, Jan Herold und Johannes Feik (Praktikumsjahr), Khodabakhshi Shahrokh, Pouya Haschemi und Jörg Kreisel, (Raumfahrtservice HOSTmi). Mit Gastgeber Oberbürgermeister Sven Gerich, Schirmherr und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Laudatoren: Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessender Bundesagentur für Arbeit, Dr. Oliver Franz, Wiesbadener Bürgermeister, Kai Metzner, Mitglied der Geschäftsführung der Hochschule Fresenius. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Gewinner und ausgezeichneten Finalisten des 16. Hessischen Gründerpreises im Rhein-Main CongessCenter am 7.11.2018: Kai Nüchter und Oliver Heil (VeloCulTour), Nils Wiegand (Seemannstod-Streetwear), Sebastian Schulz (Maldaner Coffee Roasters), Carsten Samuel und Rolf Waldeck (Shift Phones), Julia und Adi Akinwale (GuFiE Gesundheit Fitness), Heiko Reinholz (Kaffeerösterei Reinholz), Leonard Beck (Standsome), Lukas Naab und Matthias Bay (MINDS-Medical), Katharina Reinhard, Andreas Hafner und Arend Poppner (LENICURA Medizintechnik), Kizito Odhiambo (Agribora-Wetterstation), Malte Bürger, Jan Herold und Johannes Feik (Praktikumsjahr), Khodabakhshi Shahrokh, Pouya Haschemi und Jörg Kreisel, (Raumfahrtservice HOSTmi). Mit Gastgeber Oberbürgermeister Sven Gerich, Schirmherr und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Laudatoren: Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessender Bundesagentur für Arbeit, Dr. Oliver Franz, Wiesbadener Bürgermeister, Kai Metzner, Mitglied der Geschäftsführung der Hochschule Fresenius. © Foto: Diether v. Goddenthow

(Diether v. Goddenthow / Rhein-Main.Eurokunst)

Hessische Gründerpreis-Gala am 7.November 2018 im RheinMain CongressCenter

hessischer-gruenderpreis

Die Gründertage Hessen werden aus Europäischen Mitteln, aus dem Fonds für Regionale Entwicklung EFRE gefördert und vom Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung durch die Schirmherrschaft von Minister Tarek Al-Wazir unterstützt.

Am 7. 11.2018 findet die große Gründerpreis-Gala mit der Verleihung der Preise in vier Kategorieren statt. Hier geht’s zur Anmeldung:

12 Gründer haben sich beim Halbfinale für den Hessischen Gründerpreis am 7. 11.2018 ausgezeichnet

woman relaxing in natureEin Drittel der Preisträger aus Osthessen /Innovative Gründungen vor allem im Rhein-Main-Gebiet zuhause / Zwei von drei ausgezeichneten Hochschulgründern aus Darmstadt

Mit dem Fahrrad in den Weltraum, dabei leckeren Kaffee trinken, Sport treiben, gut aussehen und außerdem auch noch Praktikanten mitnehmen? Ein unmögliches Vorhaben, aber so groß ist die Bandbreite der diesjährigen Preisträger beim Hessischen Gründerpreis. Im Halbfinale des Wettbewerbs haben sich zwölf Gründer und junge Unternehmen für das Finale qualifiziert. Alle zwölf werden am 7. November im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden als Preisträger ausgezeichnet. Zuvor wird aber noch in der Finalrunde am gleichen Tag in jeder der vier Wettbewerbskategorien eine Siegerin oder ein Sieger ermittelt. Immerhin zwei Frauen haben es im Halbfinale, das am Donnerstag in den Räumen der Nassauischen Sparkasse in Wiesbaden stattgefunden hat, ins Finale geschafft. „Im Wettbewerb waren Frauen eigentlich stärker vertreten, ein Drittel der 131 Bewerbungen kam von Gründerinnen. Im Vergleich zum Teilnehmerfeld 2017 hatte deren Beteiligung sich sogar verdoppelt“, berichtet Projektleiterin Elisabeth Neumann. „Das Halbfinale war sehr spannend, mit ganz vielen hochwertigen Pitches, und die Entscheidungen der 29köpfigen Jury waren wirklich oft sehr knapp“, so Neumann weiter.

Ein Drittel der Preisträger kommt aus Osthessen, darunter auch Kai Nüchter und Oliver Heil von „Velocultour“ aus Neuhof mit ihrem Onlineshop für Fahrräder und Veranstaltungen zum Thema Biking und Triathlon Camps. Gleich drei Finalisten stammen aus Fulda: Nils Wiegand, der unter seinem Label „Seemannstod“ traditionelle hochwertige Streetwear vertreibt, Malte Bürger und seine beiden Mitgründer vom „Praktikumsjahr“ sowie Heiko Reinholz von der „Kaffeerösterei Reinholz“.

Einen zweiten regionalen Schwerpunkt unter den Preisträgern gibt es in der Kategorie Innovative Geschäftsidee: Hier kommen alle drei Finalisten aus dem Rhein-Main-Gebiet. Leonard Beck entwickelt von Rüsselsheim aus Stehschreibtischaufsätze. Lukas Naab und Matthias Bay aus Frankfurt beschäftigt sich mit der Automatisierung medizinischer Kodierung und auch Katharina Reinhard, Andreas Hafner und Arend Poppner aus Wiesbaden sind im Bereich Medizintechnik aktiv.

Die 2018 erstmals ausgelobte Kategorie „Gründungen aus der Hochschule“ für Geschäftsideen oder sehr junge Unternehmen bildet den dritten geographischen Schwerpunkt, hier sind zwei der drei Preisträger aus Darmstadt. Das sind zum einen Khodabakhshi Shahrokh, Pouya Haschemi und Jörg Kreisel die einen unabhängigen Raumfahrtservice in Darmstadt gegründet haben, sowie Kizito Odhiambo, der in Kenia ein Netzwerk von intelligenten Wetterstationen aufbaut. Dritter Preisträger dieser Kategorie sind Malte Bürger, Jan Herold und Johannes Feik vom Praktikumsjahr.

Nordhessischer Preisträger sind Carsten, Rolf und Samuel Waldeck, die von Falkenberg bei Kassel aus die Produktion nachhaltiger Notebooks und Smartphones entwickeln und organisieren. Julia und Adi Akinwale aus Rödermark sind mit ihrem neuartigen Trainingskonzept GuFie im Finale, Julia als die zweite Frau. Die Landeshauptstadt Wiesbaden, Regionalpartner 2018 des Hessischen Gründerpreises, hat noch einen zweiten Preisträger: Sebastian Schulz mit seiner Spezialitätenkaffeerösterei und dem „Kaffeehaus Maldaner“.

Es war ein inspirierendes Halbfinale mit vielen guten Gesprächen im Anschluss und die Naspa ein perfekter Gastgeber, so das Fazit vieler Halbfinalisten. Kein Wunder, denn „die Nassauische Sparkasse unterstützt Gründer seit über 175 Jahren. Die Begleitung von Existenzgründern gehört quasi zur DNA der Naspa und ist Teil des öffentlichen Auftrages aller Sparkassen“, so Thomas Vogt, Leiter Firmenkunden der Region Mitte. „Die Begleitung von Gründern ist uns vor allem aber auch eine Herzensangelegenheit. In den vergangenen drei Jahren haben wir insgesamt 832 Gründer nicht nur mit Finanzierungsmitteln von fast 23 Millionen Euro, sondern auch mit vielen wertvollen Hinweisen und Kontakten aus unserem großen Netzwerk begleitet. Dadurch wurden über 1.500 neue Arbeitsplätze geschaffen.“ Auch die Teilnehmer beim Hessischen Gründerpreis schaffen immer wieder viele neue Arbeitsplätze. Die 131 Teilnehmer in diesem Jahr – die höchste Zahl in der gesamten Geschichte des Preises – haben zusammen 1206 Arbeitsplätze geschaffen. Damit hat im Schnitt jedes Unternehmen 11,3 Arbeitsplätze geschaffen. Alleine die zwölf Finalisten stehen für 126 Arbeitsplätze.

Hessische Gründertage und Gründerpreis

Der Hessische Gründerpreis wird in den vier Kategorien „Mutige Gründung“, „Gesellschaftliche Wirkung“, „Innovative Gründung“ und „Gründung aus der Hochschule“ verliehen. Hochschulgründungen werden in diesem Jahr erstmals ausgezeichnet. Die Kategorie „Gesellschaftliche Wirkung“ hieß bis 2016 „Geschaffene Arbeitsplätze“. Für jede Kategorie wurden aus den insgesamt 131 Bewerbungen zwölf Unternehmen ausgewählt. Die 48 Halbfinalisten traten vor einer Jury mit kurzen Präsentationen gegeneinander an. Je Kategorie erreichen drei das Finale am 7. November in Wiesbaden und werden dort als Preisträger ausgezeichnet. Zuvor wird im Finale je Kategorie ein Sieger ermittelt. Der Hessische Gründerpreis wird seit 2003 verliehen, seit 2006 ist der „Initiativkreis Gründertage Hessen“ Veranstalter. Ziel ist Information über das Thema, damit mehr Menschen sich erfolgreich eine selbstständige Existenz aufbauen. Auch dem Erfahrungsaustausch und der Netzwerkpflege unter Experten der Gründungsförderung dienen die Gründertage. Um einen Impuls für das regionale Gründungsklima zu geben finden sie jährlich in einer anderen hessischen Region statt.

 

Kostenlose Gründerstipendien im Rhein-Main Gebiet

Foto: Kis
Foto: Kis

Youth Business Germany (YBG) vergibt kostenlose Gründerstipendien an junge, motivierte Gründer zwischen 18 und 35 Jahren aus dem Rhein-Main Gebiet und unterstützt sie somit dabei, erfolgreich als Unternehmer durchzustarten.

Noch bis zum 24. September können sich junge Menschen mit einer guten Business Idee oder einem gerade gegründeten Unternehmen für ein YBG Stipendium bewerben. Sie erhalten somit ein 6-monatiges rundum Unterstützungspaket für Neugründer, das neben monatlichen Coachings, Workshops und Web-Seminaren auch Masterclasses, zahlreiche Start-Up Events und eine intensive, individuelle Zusammenarbeit mit einem Mentor beinhaltet. Der Hauptsitz von YBG ist hierbei der Ostpol in Offenbach.

Seit 2015 ist YBG Deutschlandpartner der internationalen Organisation Youth Business International (YBI), die mittlerweile schon in über 50 Ländern der Welt aktiv ist und es sich zum Ziel gesetzt hat, junge Menschen bei der Unternehmensgründung zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, ihr Unternehmen wachsen zu lassen.

„In diesem Kontext hat sich YBG dazu entschieden, ein Gründungsstipendium anzubieten, welches junge Menschen 6 Monate lang optimal auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet“, so Managing Director Dirk Luenzer, „Das Herzstück des Ganzen ist das Mentoring Programm, bei dem jeder Stipendiat die Chance hat, individuell mit einem erfahrenen Business Mentor zu arbeiten“, so Luenzer weiter. Seit der Eröffnung der ersten Stipendienrunde im Juli 2016 hat YBG bereits erfolgreich über 100 Startups begleitet und ein sehr dynamisches Gründungsnetzwerk aus Mentoren, Partnern und Gründern aus diversen Branchen erschaffen, das besonders für Gründer in der Anfangsphase einen großen Mehrwert darstellt. „Besonders der große Zusammenhalt im YBG Netzwerk ermöglicht einen intensiven Austausch zwischen Mentoren und allen Gründern und ist für alle Beteiligten bereichernd“, so Maxine Schiffmann, Mentoring Managerin. So gibt es z.B. zweimal im Jahr die YBG PitchNight, auf der sich Stipendiaten in einem Pitch dem Netzwerk vorstellen und wertvolles Feedback und Kontakte erhalten. Auch gibt es die Möglichkeit, sich mit anderen Gründern aus weiteren YBI Partnerländern zu vernetzen, um sein Unternehmen auch international bekannt zu machen. Nach erfolgreicher Beendigung des Stipendiums erfolgt die Aufnahme in das YBG Alumni Netzwerk mit vielen weiteren tollen Events und Vernetzungsmöglichkeiten.

Alle wichtigen Infos zum Stipendienprogramm und zur Bewerbung kann man sich auf der Webseite unter http://youthbusiness.de/bewerben einholen. Bewerbungsschluss ist der 24. September, Start des Stipendienprogrammes ist der 27. September.

Bewerberrekord beim Hessischen Gründerpreis – 131 Unternehmen schaffen 1206 Arbeitsplätze / Bewerbungen von Frauen verdoppelt / Rhein-Main und Südhessen liegen vorne

 Fotolia 77539030 XS drubig photo

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Trotz sinkender Gründungszahlen wird der Hessische Gründerpreis in diesem Jahr von Bewerbungen geradezu überrannt. Bis zum Fristende am 28. August um Mitternacht sind 131 Bewerbungen eingegangen, 34 mehr als beim bisherigen Höchststand im Jahr 2013. „Wir haben am 28. August bis 21 Uhr Bewerbungen gesichtet und dann beim Stand von 117 Feierabend gemacht. Aber sogar in den letzten drei Stunden der Frist haben sich noch 14 junge Unternehmen angemeldet. Dass riesiges Interesse besteht, freut uns sehr, denn angesichts der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt sinken die Gründungszahlen bundesweit“, sagte Elisabeth Neumann, Projektleiterin der Gründertage Hessen. Die 106 jungen Unternehmen (ohne Kategorie Gründungen aus der Hochschule) haben zusammen 1206 Arbeitsplätze geschaffen, davon 389 Vollzeit- und 162 Teilzeitstellen sowie 30 Ausbildungsplätze. Der Rest sind Minijobs und freiberufliche Beschäftigung. Damit hat im Schnitt jedes Unternehmen 11,3 Arbeitsplätze geschaffen, dieser Wert liegt auf dem gleichen Niveau wie 2016 und 2017.

„Mehr als ein Drittel der Bewerbungen kommt von Existenzgründerinnen, 47 Frauen haben ihre Unterlagen eingereicht, fast eine Verdoppelung im Vergleich zu 2017, als sich 25 Frauen beworben hatten“, erklärt Projektleiterin Elisabeth Neumann. „Außerdem haben wir viele Existenzgründerinnen und -gründer, die eine Migrationsgeschichte haben und einige Unternehmen mit internationalen Geschäftsmodellen. Das zeigt, dass auch Start-ups sich von Anfang an für neue Märkte in aller Welt interessieren und so Arbeitsplätze und Wertschöpfung schaffen“, so Neumann weiter.

In der regionalen Verteilung der Bewerber liegen, wie 2016 und 2017, das Rhein-Main-Gebiet und Südhessen deutlich vorne: 95 Bewerbungen kommen aus Frankfurt und dem engeren Rhein-Main-Gebiet, Darmstadt und Südhessen sowie Wiesbaden. Alleine aus Frankfurt haben sich 22 junge Unternehmen beworben, ebenso viele aus der diesjährigen Partnerstadt des Hessischen Gründerpreises, der Landeshauptstadt Wiesbaden. Weitere acht Unternehmen kommen aus Westhessen (ohne Stadt Wiesbaden), mit zehn Bewerbern zeigt sich auch Osthessen erneut gründungsstark. Kräftig aufgeholt hat Mittelhessen und die Region um Marburg und Gießen, von dort haben sich 15 Unternehmen beworben. Dem engeren Rhein-Main-Gebiet (ohne Frankfurt, Darmstadt/Südhessen und Wiesbaden) lassen sich 27 Bewerbungen zuordnen. Nur Nordhessen hat leider weiter Nachholbedarf: Nachdem die Region bereits 2017 bei der Zahl der Bewerber auf Platz drei abgerutscht war (elf Unternehmen, 2016: 24), erreichte in diesem Jahr nur eine Bewerbung aus dieser Region den Hessischen Gründerpreis.

Eine Jury aus Vertretern der Stadt Wiesbaden, IHK Wiesbaden, Naspa, KPMG und KIZ hat gleich nach Bewerbungsschluss aus den eingereichten Unterlagen die Halbfinalisten ausgewählt. Auch hier ist, abgesehen von Nordhessen, jede Region vertreten. Die 48 Halbfinalisten (12 je Kategorie) werden sich am 20. September mit Kurzpräsentationen (Pitches) einer großen Jury stellen, die dann die Finalisten bestimmt. Unternehmen, die sich um den Preis bewerben, profitieren schon vor dem Finale. Sie werden vom führenden deutschen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG mit Trainings und Netzwerkmöglichkeiten unterstützt. Teilnehmer der letzten beiden Wettbewerbsrunden werden aktiv in die Pressearbeit einbezogen, was zu vielen Veröffentlichungen in lokalen, regionalen und nationalen Medien sowie Radio und Fernsehen führt. Die Finalisten gewinnen zudem die Produktion eines kostenlosen Videofilms über ihr Unternehmen.

Bewerbungsverfahren und Kategorien

Der Hessische Gründerpreis wird in vier Kategorien vergeben: Mutige Gründung für den Start aus schwieriger persönlicher Situation, Gesellschaftliche Wirkung für Unternehmen, die Verantwortung übernehmen, Innovative Geschäftsidee für Innovative Produkte oder neuartige Dienstleistungen sowie in diesem Jahr erstmals an Gründungen aus der Hochschule für kreative Ideen und Gründungen in frühem Stadium. Bewerben können sich alle hessischen Unternehmen, die nicht länger als fünf Jahre am Markt sind. Konzepte oder Gründungsideen werden nicht ausgezeichnet und die Gründer dürfen für den Lebensunterhalt nicht auf staatliche Mittel angewiesen sein. Davon ausgenommen ist die Kategorie „Gründungen aus der Hochschule“. Die von einer kleinen Jury in der Vorauswahl ausgesuchten Gründer müssen im Halbfinale binnen fünf Minuten eine Jury von sich überzeugen. Im Finale präsentieren sie sich einem großen Publikum aus der Wirtschaft. Die feierliche Preisverleihung findet mit dem Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir statt.

Hessischer Gründerpreis

Der Hessische Gründerpreis wird seit 2003 verliehen, seit 2006 ist der „Initiativkreis“ Veranstalter. In ihm sind Akteure der hessischen Gründungsförderung zusammen-geschlossen. Ziel ist Information über und Sensibilisierung für das Thema, damit mehr Menschen erfolgreich eine selbstständige Existenz aufbauen. Auch dem Erfahrungsaustausch und der Netzwerkpflege unter Experten der Gründungsförderung dient das Projekt. Um einen Impuls für das regionale Gründungsklima zu geben, finden sie jährlich in einer anderen hessischen Region statt. Im Rahmen der Gründertage gibt es auch eine Fachtagung für Gründungsförderer.

Berichte über den Preis stärken junge Unternehmen aus Ihrem Erscheinungsgebiet und so den gesamten Wirtschaftsstandort.

Schnell und erfolgreich selbständig werden